Allgemein, Elternbeitrag

2. GRIN-Familientreffen

Sechs österreichische Familien, die etwas ganz Besonderes verbindet: sie alle haben ein Kind, das eine GRIN-Mutation aufweist. Ein gemeinsamer Urlaub am Bauernhof im Salzkammergut bot den idealen Rahmen für ein erstes Kennenlernen von jenen, die sich zum ersten Mal begegnet sind, aber auch für das Wiedersehen von jenen Kindern, die man seit Jahren immer wieder mal sieht. Neben dem Austausch über ähnliche Probleme und Herausforderungen, über Glück und Leid zwischen den Eltern, gab es für die GRIN-Kinder, die allesamt mit ihren Eltern und einem Geschwisterkind angereist waren, viel Zeit für gemeinsames Spielen und Erkunden am Bauernhof. Wir konnten Kühe beobachten, Hendln, Hasen und vor allem die bei allen beliebte Ziege füttern. Sie musste nach unserem Besuch wohl erst einmal auf Diät gesetzt werden, nachdem sie von früh morgens bis spät abends stundenlang gefüttert wurde. 

Die sechs Familien aus Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark, Tirol und Wien mit ihren GRIN-Kindern im Alter zwischen 9 Monaten und 7 Jahren genossen am ersten Mai-Wochenende das wunderschöne Wetter bei einer Bootsfahrt am Mondsee und dem Besuch von Gut Aiderbichl. In den gemütlichen und geräumigen Appartements der Familie Stabauer (https://www.ferienhof-stabauer.at) fanden alle dazwischen gut Erholung – Blick auf Irrsee inklusive. 

Am Sonntag passte das regnerische Wetter zum Abschied, doch es wurden schon Pläne für das nächste Familientreffen im Jahr 2026 geschmiedet, bei dem es ein Wiedersehen geben soll. 

Trotz der verbindenden GRIN-Diagnose, die die Familien zusammenbrachte, zeigte sich beim Treffen gleichzeitig, dass GRIN-Kinder mit allen anderen Kindern etwas ganz Zentrales gemeinsam haben, nämlich, dass sie genauso einzigartig und individuell sind wie jedes andere Kind auch.

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Gemeinsames Plantschen

Baden, Plantschen und Rutschen lieben viele GRIN-Kinder. Was könnte es da für einen besseren Ort für ein Treffen geben als ein Hallenbad? In den Semesterferien Anfang Februar konnten die Familien von Philea und Jakob gemeinsame Zeit verbringen und die Kinder sich im warmen Wasser so richtig austoben. Körperliche Einschränkungen, die sonst die Bewegungsmöglichkeiten beeinflussen, treten im Wasser in den Hintergrund. Jakob ist mit großer Freude von den Stufen ins Wasser „gesprungen“, Philea rutschte sogar alleine auf der großen Rutsche und hatte genügend Kraft, unzählige Male den Rutschenturm zu erklimmen.

Obwohl die beiden an dem gemeinsamen Badetag nicht so miteinander gespielt haben, wie sich das Eltern von gewöhnlichen Kleinkindern vorstellen, so haben sie sich doch immer wieder umgeschaut, wo der jeweils andere gerade ist und auch Tage danach noch nach dem anderen gefragt.

Die Familien wohnen in unterschiedlichen Bundesländern, doch es ist schön, wenn sich gemeinsame Ausflüge oder Unternehmungen, wie eben dieses Mal während eines Urlaubs, ergeben und man sich über die Herausforderungen mit einem beeinträchtigen Kind austauschen kann und gleichzeitig schöne Momente erlebt.

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Ein Treffen mit dem Walzer-König

Unser Sohn Jakob liebt Musik. Und zwar besonders klassische Musik. Eine Zeit lang konnte er den ganzen Tag Mozarts „Kleine Nachtmusik“ hören, dann begeisterte ihn der Radetzky-Marsch, der zur Zeit schön langsam von Weihnachtsliedern abgelöst wird. Die Musik gefällt ihm aber nicht nur, sondern hilft ihm auch. Wenn er krank ist und nichts essen und trinken möchte, dann bewahrte ihn Musik schon das ein oder andere Mal vor Schlimmerem wie einem Krankenhausaufenthalt, weil er dann wieder zu essen und trinken begann. Wenn sich Jakob nicht nur die Musik anhören, sondern auch im Fernsehen oder Internet anschauen durfte, dann war es André Rieu, der ihm selbst in Momenten, in denen es ihm schlecht ging, ein Lächeln ins Gesichert zaubern konnte. Seine Bewunderung für den niederländischen Künstler und dessen Musikshows brachten uns auf eine Idee. Wir schrieben André Rieu, ob es irgendeine Möglichkeit gäbe, dass Jakob einmal bei einer Generalprobe dabei sein könnte, weil ein stundenlanges Konzert am späten Abend und die Menschenmassen wohl zu viel für ihn wären. Und tatsächlich, wir wurden mit Jakob Anfang November eingeladen, als André Rieu in Wien gastierte.

Wir wurden freundlich empfangen, von Rieus Team betreut und Jakob durfte dann beim Soundcheck als einziger Gast in der riesigen Wiener Stadthalle dem großen Orchester und dem „König des Walzers“ lauschen. Jakob ließ sich von der Musik mitreißen, dirigierte und tanzte dazu. André Rieu nahm sich zwischen den Proben und seinem großen Auftritt am Abend Zeit, um ein paar Worte mit Jakob zu wechseln – und natürlich auch für ein Foto. Wir wurden zum Abschluss eingeladen, mit dem gesamten 200-köpfigen Orchester und Team zu Abend zu essen.

Vielen Dank an André Rieu und seine Frau Marjorie für dieses einzigartige Erlebnis, das Jakob lange in Erinnerung bleiben wird. 

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1. GRIN-Austria-Familientreffen

Ein Urlaub auf einem Bauernhof in Oberösterreich bot den idealen Rahmen für das erste GRIN-Austria-Familientreffen von 18.-20. August 2023. Von den Eseln, Schafen, Hühnern und Hasen waren die Kinder genauso begeistert wie vom großen Spielplatz. Im Zentrum stand das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch der Familien, die mit ihren GRIN-Kindern Philea, Leo, Marcel und Jakob aus der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich teilnahmen.
Am Programm standen ein gemeinsamer Ausflug in den Tierpark Grünau und ein Abstecher an den wunderschönen, aber eiskalten Almsee, in den trotz der heißen Temperaturen nur die Mutigsten (die Kinder) ihre Füße hielten. Bei einem Videotreffen mit den Leipziger GRIN-Experten Prof. Johannes Lemke und Dr. Ilona Krey konnten viele offene Fragen rund um die GRIN-Mutation geklärt werden.
Die Familien beschäftigen gleiche Themen und ähnliche Fragen und – obwohl drei der vier Kinder in einem ähnlichen Alter sind – zeigte sich, dass trotz derselben Diagnose jedes Kind einzigartig und die Charaktere unterschiedlich sind.
Zwischen den Kindern (und natürlich auch ihren Eltern) sind erste Freundschaften entstanden, sodass es spätestens im nächsten Jahr eine Wiederholung des Treffens geben soll.

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Kann man GRIN „sehen“?

Eine Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Leipzig führt ein neues Forschungsprojekt durch. Dabei soll untersucht werden, ob Menschen mit GRIN-assoziierten Erkrankungen wiedererkennbare Gesichtsmerkmale aufweisen.

Weitere Informationen zur Studie mit der Möglichkeit zur Teilnahme findet ihr hier.

Desweiteren findet man hier das GRI-Update 2023. Hier sind die neuesten wissenschaftlichen Publikationen von 2022 aufgelistet, sowie ein Ausblick auf 2023, welche Projekte heuer finalisiert werden sollen. Interessant sind auch die Zahlen aus dem GRI-Registry: 2022 haben sich über 200 Familien neu eingetragen, damit sind bereits 862 Menschen mit GRIN-assoziierter Erkrankung registriert.

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Endlich Flecken!

Viele Kinder mit GRIN-Veränderungen haben Schwierigkeiten beim Essen. Im Nachhinein wissen viele Eltern, dass die Trinkschwäche, die ihr Baby von Geburt an hatte, das erste erkennbare Symptom der Erkrankung war. Bei anderen Kindern fängt die Problematik an, wenn der erste Brei oder gar feste Nahrung gegessen werden soll. Gründe dafür können beispielsweise eine schwache Mundmuskulatur oder aber auch Wahrnehmungsstörungen sein. Manche Kinder müssen mittels PEG-Sonde ernährt werden.

Dr. Anna Maria Cavini ist Kinder- und Jugendfachärztin und eine Expertin für Fütter- und Essstörungen. Wir durften sie bei Jakobs erstem Reha-Aufenthalt im kokon Bad Erlach kennenlernen. Frau Dr. Cavini hat mit einem multiprofessionellem Team ein neues Angebot entwickelt, das sich genau an Familien wie unsere richtet. Aus diesem Anlass durften wir über Jakobs Erfahrungen berichten. Darin erfährt ihr auch, warum man sich über Flecken freuen kann:

Alle Infos zur neuen Intensivtherapie:

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12. März ist GRIN2B-Tag

„Green was?“ Wenn man jemandem erklären möchte, was unsere Kinder so besonders macht und vom veränderten Gen GRIN2B erzählt, kann damit niemand etwas anfangen und viele denken zuerst einmal an das englische Wort für grün. Mutationen an einem der GRIN-Gene (egal ob GRIN1, GRIN2A, GRIN2B oder GRIN2D) sind noch wenig bekannt, so wie es bei den meisten seltenen Erkrankungen der Fall ist. Um dem entgegenzuwirken und Bewusstsein für Menschen mit diesen Genveränderungen zu schaffen, wurde der GRIN2B-Tag ins Leben gerufen.

Der 12. März wurde gewählt, weil GRIN2B am 12. Chromosom liegt. Lasst uns gemeinsam GRIN2B bekannt machen!

#GRIN2B #GRIN2BAwareness #rare

GRIN2BFoundation Awarenss week

Unsere Kinder

Hallo, ich bin Jakob

Ich bin viereinhalb Jahre alt und wohne mit meiner kleinen Schwester und meinen Eltern in Niederösterreich. Ich erzähle euch ein bisschen etwas von mir: Ich habe mich motorisch nicht so entwickelt, wie es gewöhnlich bei Kindern der Fall ist. Ich war also außergewöhnlich und ungefähr 15 Monate alt, als über eine genetische Analyse festgestellt wurde, dass es in meinen Genen eine Besonderheit gibt: das GRIN2B-Gen ist verändert. 

Ihr fragt euch, was das heißt und wie ich so bin? Kurz zusammengefasst bin ich ein fröhlicher Bub, der gerne in den Kindergarten geht. Ich bin gerne in der Natur. Kurz vor meinem 4. Geburtstag habe ich gelernt, ohne Hilfe zu gehen. Ich kann mittlerweile immer besser kommunizieren, mein Wortschatz wird größer und ich formuliere immer öfters 2-Wort-Sätze. Essen und Trinken war von Anfang an eine eher komplizierte Angelegenheit bei mir. Hier ist die Geduld und der Einfallsreichtum meiner Eltern nach wie vor gefragt. 

Ich gehe zu verschiedene Therapien. In den wärmeren Monaten gehe ich reiten, das macht mir besonderen Spaß. Ich liebe derzeit Musik und schaue mir mit Begeisterung Wimmelbücher an. Ich sage immer „suchen“. Dann müssen mir meine Eltern oder Großeltern Suchaufgaben geben, je kleiner die Sachen sind, die ich finden muss, umso größer ist meine Freude, wenn ich sie gefunden habe. Schaut mal eure Wimmelbücher durch, eine kleine Maus versteckt sich in fast jedem Buch – ich finde sie alle 😊.